• Das Fach

Latein, die Sprache der alten Römer, ist heute niemandes Muttersprache mehr, wirkt aber bis heute auf unsere Welt ein. Es war bis in die Neuzeit die verbindende Sprache in halb Europa und prägte dadurch den Wortschatz, die Grammatik, kurz: das Denken in den lebenden Sprachen unseres Kontinents. Wie Sprachen funktionieren, wie man über Gott und die Welt redet, wie man seine Gedanken so ausdrückt, dass sie die Mitmenschen beeinflussen, all das haben kluge Menschen lateinisch gedacht (oder von den Griechen übernommen), formuliert und unserer Zeit hinterlassen. Auch in Oschatz finden sich noch einige Spuren der alten Bedeutung des Lateinischen. Schaut Euch nur einmal auf dem Neumarkt den Brunnen ganz genau an...

 

  • Latein und wir

Latein gibt uns die Möglichkeit, einen Text und seinen Aufbau konzentriert zu betrachten, die Abfolge der Gedanken, den Aufbau einer Erzählung nachzuvollziehen und bei der Umwandlung in unsere Sprache die optimale Variante zu finden. In den lebenden Sprachen tut man genau das natürlich auch, aber der Schwerpunkt liegt natürlich auf dem Sprechen und Schreiben auf Englisch, Französisch oder Russisch. Weil das so ist, fördert Latein das Sprachgefühl und das Ausdrucksvermögen auch in den lebenden Sprachen. Zudem ist es die Quelle für zahlreiche Fach- und Fremdwörter, auf die man mit Lateinkenntnissen leichter Zugriff hat als ohne sie. Weil Französisch, Spanisch, Italienisch und andere Sprachen aus dem Lateinischen entstanden sind, lernen die sich mit lateinischem Hintergrund leichter. Auch der Wortschatz des Englischen, quasi der Nachfolger des Lateins als Weltsprache, kommt zu großen Teilen direkt oder auf Umwegen aus Rom.

 

  • Latein am TMG

An unserer Schule kann man Latein ab der 8. Klasse als dritte Fremdsprache lernen. Wir beginnen mit dem Lehrbuch „Lumina nova“, bis wir uns in der 10. Klasse an den ersten Originaltext von einem Römer für echte Römer wagen, den „Gallischen Krieg“ des Schriftstellers, Generals und Diktators Julius Cäsar, und Ausschnitte aus den Reden des größten antiken Redners Marcus Tullius Cicero kennenlernen. Wer in der Oberstufe Latein fortsetzt, erreicht das Latinum, ein Zertifikat, das für manche Studienfächer im sprachlichen, kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich erforderlich ist, mit den Werken des Liebesdichters Ovid und den gar nicht so unmodernen Gedanken des stoischen Philosophen Seneca über das richtige Leben in einer Umwelt, die in vielen Bereichen über uns bestimmt statt umgekehrt. Wer seine Lehren verstanden hat, macht sich um die Abiturprüfung keine Sorgen mehr.

 

  • Lehrer

Herr Bredemeier und Herr Würtz (Referendar)