Thomas-Mann-Gymnasium
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Latein, eine tote Sprache? Von wegen!

In der siebten Klasse werden die Schüler vor die Wahl gestellt: Besuche ich ab der achten Klasse das naturwissenschaftliche Profil oder will ich mein Sprachenrepertoire um die tote Sprache Latein erweitern?

Doch dass Latein viel mehr als das ist, davon konnten sich die diesjährigen Siebtklässler am Donnerstag, dem 4. Januar, unter Anleitung der Lateinschüler der 12. Klasse überzeugen. Genau wie die Siebtklässler jedes Schuljahr vor die Wahl gestellt werden, so muss auch der Lateinkurs im Jahrgang 12 jedes Jahr ran und seine zukünftigen Nachfolger von der Attraktivität dieser Sprache überzeugen.

Auch in diesem Schuljahr nahmen die 14 Lateinschüler die Herausforderung an. Gemeinsam mit ihrem Fachlehrer Herrn Bredemeier und unter der Leitung von Frau Kolberg entwickelten sie ein abwechslungsreiches Programm, welches verschiedene Inhalte des Lateinunterrichts präsentiert hat. So boten sie zunächst ein Schauspiel auf der Aulabühne dar, welches die bekannte Liebesgeschichte von „Pyramus und Thisbe“ des im Unterricht behandelten Schriftstellers Ovid in einer modernen Variante beinhaltete.

Nachdem die rund 80 Siebtklässler dieses Stück mit Begeisterung beklatscht hatten, durften sie nun selbst tätig werden. In drei verschiedenen Stationen erhielten sie einen Überblick über die inhaltlichen und sprachlichen Themen, die im Lateinunterricht behandelt werden. So bot eine der drei Stationen einen Einblick in den Alltag im alten Rom. In einem kurzen Vortrag präsentierten die Zwölftklässler Wissenswertes über Familie, Schule und Sklaverei. Auch die römische Esskultur wurde den neugierigen jungen Zuhörern nähergebracht. Dabei kosteten sie von typischen römischen Speisen wie Fladenbrot, Gurkensalat und Weintrauben.

An einer zweiten Station beschäftigten sie sich dann mit der Romanisierung und den Bauwerken des römischen Reichs. Dabei ist man hier insbesondere auf die Baukunst der römischen Theater, Thermen und Tempel eingegangen. Moderiert wurde diese ganze Führung durch das Römische Reich von dem Oschatzer Julius Caesar, der wiederum aus dem Leben seines römischen Namensvetters berichtet hat. Um zu zeigen, wie viel von den Zuschauern aus dieser Präsentation mitgenommen wurde, gab es für jeden Siebtklässler noch ein Kreuzworträtsel zum Thema.

Nachdem die Stationen 1 und 2 die thematischen Inhalte des Lateinunterrichts beleuchtet hatten, wurde an Station 3 nun gezielt auf die Sprache eingegangen. So zeigten die Lateinschüler hier die Sprachverwandtschaften von Latein zu den bereits bekannten Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch Bzw. Russisch auf. Da allen Siebtklässlern mindestens drei dieser Sprachen bekannt und vertraut sind, haben die angehenden Abiturienten ihnen an dieser Station die Angst vor der hohen Schwierigkeit der lateinischen Sprache genommen, indem sie die Ähnlichkeiten zwischen den Sprachen mithilfe von verschiedenen Rätseln, Puzzeln und Lückentexten spielerisch vermittelten. So haben die modernen Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch nämlich aus dem Lateinischen einige Wortstämme und Formen übernommen. Doch auch in der russischen Sprache gibt es einige wenige Parallelen zum Lateinischen, so dass man auch die Schüler, die seit der sechsten Klassen Russisch und nicht Französisch lernen, dazu ermutigen konnte, Latein als Profilfach in Betracht zu ziehen.

 

Insgesamt empfanden alle Beteiligten diesen etwas außergewöhnlichen Lateinblock als gelungen. Sowohl die vor die Wahl gestellten Siebtklässler als auch die als Hilfslehrer fungierenden Zwölftklässler hatten Spaß an diesem Projekt. Nach dieser gelungenen Schnupperstunde sollte wohl im nächsten Schuljahr wieder eine motivierte Lateingruppe in der 8. Klasse zustande kommen.